Kultur

Schule

Heppenbach

Bevor unser Gebiet preußisches Rheinland wurde, war es um die Volksbildung schlecht bestellt. Die Bevölkerung war sehr arm. Dem bescheidenen Wirtschaftsstand entsprach auch der Bildungsgrad. Das Lernen hatte keinen hohen Stellungswert. Hier und da wurde ein Handwerker eingestellt, der, selbst ungebildet, bei äußerst kargem Lohn und nur im Winter Unterricht erteilte. Dieser war reihum in den Häusern in Kost und im Sommer zog er wieder auf Wanderschaft. Der Unterricht bestand aus Lesen, Schreiben, Katechismus und etwas Rechnen.

Unter Napoleon wurde behördlicherseits nichts für die ländlichen Schulen unternommen. Die Belehrung des Volkes lag ausschließlich in den Händen der Kirche. Dort, wo sich Kirchen oder Kapellen befanden, wurden Vikarien erbaut. So auch in Heppenbach, wo schon sehr früh, etwa um 1750, eine Vikarie genannt wird. Sie befand sich an der Stelle, wo heute das Haus Clooten steht.

Der dort wohnende Vikar hatte neben dem Dienst in der Kirche auch Unterricht zu erteilen. Urkundlich wird erwähnt, dass im Jahre 1805 vom damaligen Vikar Schmitz ein Zimmer unentgeltlich für den Unterricht zur Verfügung gestellt wurde. Das Zimmer fasste 80 Schüler. Unterricht fand nur im Winter statt, da die Kinder im Sommer das Vieh hüten und auf dem Feld arbeiten mussten.

Im Jahre 1846 wurde ein Schullokal angebaut und eine Lehrerwohnung eingerichtet. Der preußische Staat führte 1825 die allgemeine Schulpflicht ein. Sie wurde anfangs jedoch nicht sonderlich beachtet, da man die Kinder in der Landwirtschaft brauchte. Da der Staat diplomierte Lehrer vorschrieb, wurden diese ab 1835 verpflichtet, Anwesenheitslisten vorzulegen. Häufigeres Fehlen wurde nun bestraft. Die Oberaufsicht über die Schulen lag bei der Kirche. Die Besoldung der Lehrer war miserabel. Sie mussten zuzüglich zum Lehrerdienst auch noch Küster und Organist sein.

1880 wurde eine neue Schule mit zwei Klassen gebaut. Dieses Gebäude befand sich neben der Kirche. Sie wurde 1882 eröffnet. In der Schule herrschte eiserne Disziplin. Manche Lehrer ließen den Stock unbarmherzig auf Finger oder Rücken der Kinder niedersausen.

1925 wurde eine Lehrerwohnung errichtet, die für den jeweiligen Hauptlehrer zur Verfügung stand. 1979 wurde diese Wohnung dem Musikverein zur Verfügung gestellt. 1990 wurde das Haus erweitert und dient dem musikverein als Probelokal. Auf der ersten Etage befindet sich die Pfarrbibliothek und Räume für die Landfrauen, die KG und die Landjugend. Das Untergeschoss ist Spiel- und Kochraum für die Schule.

Als die Schülerzahl 1931 auf 95 Kinder anstieg, war die Schule zu klein. Daher beschloss man die 18 Hepscheider Schüler privat in Hepscheid zu unterrichten. 1936 wurde eine größere Schule neben der alten errichtet (am heutigen Standort). 1938 wurden wieder alle Schüler (105) in Heppenbach unterrichtet.

Bei der Ardennenoffensive im Januar 1945 wurde die neue Schule von einer Phosphorbombe getroffen und brannte vollständig ab. Auch die alte Schule wurde schwer beschädigt. Als der Unterricht am 1. September 1945 wieder aufgenommen wurde, wurden die Schüler an drei verschieden Stellen untergebracht: eine Klasse im Saal Müller, eine Klasse im Haus von Fräulein Müller und zwei Klassen in der alten Schule.

Nach dem Krieg wurden alle Lehrer, die während des Krieges Dienst getan hatten, vom belgischen Staat fristlos und ohne Gehalt vom Dienst suspendiert. Vier junge Lehrkräfte aus der Wallonie übernahmen den Schuldienst.

1948 wurde die heutige Schule mit vier Klassen gebaut. Die alte Schule wurde 1952 abgerissen.

Im September 1968 wurde in Heppenbach ein Kindergarten eröffnet.

Als man mehr Platz braucht hat man 1989 den Dachboden der Schule zu zwei Klassenzimmer ausgebaut.